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Combat 13.2 GT

Hier ein kurzer Bericht über meine ersten Eindrücke mit dem Combat 13.2 GT


Aeros Combat 13.2 GT







Da lag er nun schon drei Wochen und wollte endlich in die Luft. Einfliegen in vertrautem Gelände bei moderaten Bedingungen.
Der 18. April schien geeignet, also fuhr ich schon früh ins Fluggebiet.
Der Aeros Packsack ist wunderbar geschnitten, so dass der Combat verpackt schon einen tollen Eindruck hinterlässt und die Wurst so leicht zu tragen ist.
Gleich aufgebaut. Der Combat lässt sich ohne weitere Kniffe oder Kunstücke aufbauen, jedoch sind für mich die Segellatenendclips neu und es kostete mich ein wenig Zeit damit umzugehen. Der Rest ist einfach, übersichtlich und geht schnell von der Hand.
Das Einkletten der Winglets muss ich noch ein bisschen üben. Ich kannte das zwar schon vom Twister, aber beim Combat sitzen sie noch strammer.
Der Heckflügel ist schnell montiert.

Es war zwar noch früh, aber es erschien mir startbar, also raus. Der Start war unspektakulär, der anschließende 10 minütige Flug eher nicht. Steuer- und Rollverhalten irgendwie komisch. Die Luft war unruhig und ich auch. VG voll entspannt. Mir erschien das Luftgeräusch hoch. War ich schneller unterwegs als sonst? Zum Spielen mit der VG blieb keine Zeit, ich musste landen, weil die Thermik einfach noch nicht zuverlässig war. Irgendwie hatte ich den Eindruck ein Segelflugzeug zu fliegen und nicht einen Drachen.

Mir war klar, dass der Combat gut gleitet, also setzte ich zum Endanflug entsprechend tief an. Ich richtete mich spät auf, überquerte noch einen Graben und drückte raus. Das klappte schon sehr gut.

Abbau auf dem Feldweg. Die Bedingungen wurden heftiger. Den Gleitschirmfliegern verging schnell die Freude und ich wollte auch erst mal etwas Beruhigung abwarten. Es gingen starke Böen durch. Starkwind gepaart mit Thermik sind nicht so mein Fall und erst recht nicht mit einem neuen Gleiter.

Später am Nachmittag schien sich das Wetter zu beruhigen. Ich baute wieder auf und startete. Es war bockig und ich neigte in geringer Höhe zu übersteuern. Dann in mehr Höhe spannte ich das Querrohr ein bisschen. Der Combat zeigte sich williger, obwohl zwischendurch kräftige Thermik durchging. Leicht gespannt konnte ich keine Handling-Einbußen feststellen. Es ist Frühling und so die Bedingungen.

Kreisen in der Thermik ging gut. Ich kann den Combat allerdings nicht mal so herumwürgen, sondern muss ihn lassen. Ich hatte ordentliche Steigwerte und es ging mal locker auf über 800 m hoch.

Unterwegs spielte ich mit der VG. Der Unterschied zwischen lose und gespannt ist deutlich. Der Combat gleitet spürbar besser schon mit wenig gespanntem Querrohr und ich kann mit ordentlicher Geschwindigkeit dahinsausen. Er hält willig die Spur und ist nicht zappelig.

Der Wind nahm weiter zu, mein Vario meinte so um die 30 km/h. Nach rund 100 Minuten war ich der Ansicht, dass ich mal landen gehen könnte und flog Richtung Börry. Ich hatte mir schon eine sehr großzügige Landeeinteilung ausgesucht, aber die war immer noch nicht groß genug. Ich beschleunigte leicht und richtete mich wieder spät auf und machte eine Lauflandung, die absolut perfekt ausfiel. Die Bedingungen waren so stark und böig, dass ich den Gleiter auf dem Weg zum Abbauplatz immer wieder absetzen musste, um ihn halten zu können.

Dritter Flug am 8. Mai

Das Wetter war zwischendurch zwar fliegbar, aber mir erschienen die Verhältnisse zu bockig, einfach zu viel Wind und zu viel Überentwicklung.

Am Dienstag, 8. Mai meldete der Wetterdienst wieder relativ viel Wind und gute Thermik, so fuhr ich nach Börry. Während ich aufbaute, was inzwischen schon viel besser geht, ich gewöhne mich an die Lattenclips, wurden die Bedingungen immer heftiger. Es gingen wieder sehr starke Böen durch. Also wartete ich bis es sich etwas beruhigte und startete. Diesmal war ich nicht mehr überrascht, sondern hatte schon ein vertrautes Fluggefühl. In der Luft war es nicht so ruppig wie beim letzten Flug und so konnte ich Ruhe alles mögliche ausprobieren. Fazit:

Der Combat ist frei von Überraschungen. Mit loser VG lässt er sich sehr leicht steuern. In starker und enger Thermik ist diese Einstellung die Richtige. Aber auch wenn ich mehr spanne bleibt das Handling gut. Ich kenne andere Hochleister, die ich bei komplett gezogener VG praktisch nicht mehr um die Ecke bekomme. Der Combat ist absolut spurtreu. Es ist einfach unglaublich wie groß sein nutzbares Geschwindigkeitsfenster ist und es macht mir sehr viel Spaß mit großer Geschwindigkeit dahin zu sausen, ohne dass das Sinken zunimmt.

In dieser Leistungsklasse ist es anscheinend üblich, dass die VG tatsächlich einen großen Einfluss auf die Schnellflugeigenschaften hat. Ziehe ich sie, dann spüre ich tatsächlich, dass sich das Gleiten deutlich verbessert. Bei anderen Drachen hatte ich eher den Eindruck, dass die VG das Handling verschlechtert, ohne die Gleiteigenschaften signifikant zu verbessern.

Die Zeit vergeht

Inzwischen habe ich schon viele schöne Flugstunden mit dem Combat hinter mir. Über alles gesehen verhält er sich wie mein Fox. Mit entspannter VG fliegt er sich tatsächlich wie ein Einfachsegler, er gleitet halt viel viel besser. Das verbessert sich noch je mehr ich den Flügel spanne. Ich kann getrost schnell fliegen, ohne mich mit einem hohen Bügeldruck abzuquälen und ohne fürchten zu müssen, dass das Sinken zunimmt, der Combat ist total spurtreu und gleitet angenehm dahin. In der Thermik angekommen, entspanne ich den Flügel je nach Bedarf und steige davon. Der Combat ist gedämpft um die Hoch- und Querachse. Diese Flugruhe macht das Gerät sehr angenehm.

Beim Combat hatte ich ein wenig die Furcht, dass der Drachen irgendwo seine Tücken hat bzw. irgendwann giftig wird, nichts davon ist eingetreten. Bisher habe ich noch keinen Hochleister geflogen, der ein so einfaches Handling besitzt. Nach jedem Flug frage ich mich, wie es möglich ist, dass ein Hochleister das Handling eines Einfachseglers hat. Gerade bei so einem Gerät hatte ich schon ein wenig Bammel vor der Landung. Ich wusste um seine guten Gleiteigenschaften, aber auch hier unter Einhaltung einer großzügigen Landeeinteilung fällt die Landung sensationell einfach aus. Dadurch dass er keine Giertendenz hat und das Ausgleitfenster groß ist, kann ich mich getrost mit Überfahrt am Ende des Endanfluges aufrichten, ihn langsam kommen lassen und wenn er nicht mehr so recht will, ausdrücken. Total einfach. So als lande ich meinen Fox.

Inzwischen gibt es keine mehr Gründe zu glauben, ein Turmloser wie der Combat sei ein biestiges Etwas, das nur von Spezialisten beherrschbar ist. Nein, ganz das Gegenteil ist der Fall: All meine Vorbehalte haben sich nicht bewahrheitet. Der Combat fliegt sich wie ein moderner Einfachsegler jedoch mit unglaublich guten Flugeigenschaften.

Der Combat

  • fliegt schnell, 
  • reagiert willig auf Steuerimpulse, 
  • neigt nicht zum Gieren,
  • ist gedämpft,
  • hat eine sehr leichtgängige VG,
  • gleitet mit gespannter VG noch viel besser,
  • hat unabhängig von der VG Stellung einen praktisch gleichbleibenden Bügeldruck
  • lässt sich einfach landen,
  • baut sich ohne Kunstgriffe Auf- und Ab.
  • hat ein moderates Gewicht,
  • ist sehr schön verarbeitet,
  • sieht super aus